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Darmerkrankungen im Überblick und wie Du ihnen vorbeugen kannst

Darmerkrankungen vorbeugen

 

Der Darm ist der Sitz des Immunsystems und der Gesundheit. Was Hippokrates (Alles Übel beginnt im Darm) schon vor tausenden Jahren wusste, bringt die Wissenschaft heute immer stärker hervor: Geht es dem Darm gut, geht es auch dem Immunsystem und dem Körper gut. Der Darm ist ein guter Ort, um mit einer gesunden Lebensführung zu beginnen und um chronischen Erkrankungen, die im Darm ihren Ursprung haben, vorzubeugen oder aktiv zu begegnen.

 

Der heutige Beitrag ist ein Gastartikel von Martin Auerswald. Martin ist studierter Biochemiker und schreibt gerade seine Doktorarbeit im Bereich chronisch-entzündliche Darmerkrankungen. Er berichtet auf SchnellEinfachGesund und auf dem Autoimmunportal darüber, wie jeder seine Gesundheit wieder selbst in die Hand nehmen kann und nachhaltige Gesundheit erreicht.

 

Darmerkrankungen vorbeugen

Die Aufgaben des Darms im Überblick


Warum der Darm so essenziell für die Gesundheit ist wird klar, wenn man sich die Aufgaben des Darms genauer anblickt:

  • Barrierefunktion: Der Darm ist die wichtigste Bastion zwischen dem Darmlumen mit all seinen potentiellen Krankheitserregern, Giftstoffen und unverdauten Nahrungsbestandteilen. Geht diese Funktion verloren, wird der Körper mit Giftstoffen überschwemmt.
  • Immunsystem: Wenn Du Dein Immunsystem stärken möchtest, ist der Darm der Ort Deines Interesses: Denn hier sitzen etwa 70 % aller Immunzellen des menschlichen Körpers. Das macht auch Sinn, denn hier ist die Interaktion mit potentiellen Krankheitserregern am größten. Das bedeutet auch, dass Du deutlich seltener mit der Grippe oder einer Erkältung krank im Bett liegst, wenn Du einen gesunden Darm aufweisen kannst.
  • Nahrungsaufnahme: Diesen wichtigen Punkt kennt jeder, und jeder kann dies tagtäglich erleben. Der Darm nimmt die Nährstoffe aus der Nahrung auf und reicht sie weiter.
  • Giftstoffeabgabe: Der Darm ist zudem ein wichtiges Entgiftungsorgan des Körpers. Abbauprodukte aus dem menschlichen Stoffwechsel und besonders der Leber werden an den Darm abgegeben und landen später im Stuhl. Auch deswegen ist wichtig, dass der Darm robust und gesund ist, damit diese Abbauprodukte und Giftstoffe nicht wieder aufgenommen werden können.

Diese Funktionen des Darms sind essenziell für das Überleben des Menschen, für langanhaltende Gesundheit und Wohlbefinden und für eine optimale Funktion des Stoffwechsels. Doch sobald Darmprobleme oder Erkrankungen auftreten, können diese Funktionen nur noch eingeschränkt ausgeführt werden. Dann erhöht sich das Risiko für zahlreiche Folgeerkrankungen:

 

Darmerkrankungen vorbeugen

Was passiert, wenn der Darm krank wird


Es folgt eine Übersicht für Erkrankungen, die in einem kranken Darm ihren Ursprung haben. Jedoch auch Darmerkrankungen selbst. Von einigen davon wirst Du vielleicht schon gehört haben, von anderen noch nicht:

 

Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen

Du hast sicher schon einmal von Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa gehört, oder? Dies sind Autoimmunerkrankungen des Darms. Aufgrund verschiedener Ursachen wie einer instabilen Darmbarriere, einer zu dünnen Schleimschicht, einer ungesunden Darmflora oder chronischen Entzündungen beginnt das Immunsystem, körpereigene Darmzellen anzugreifen und zu beschädigen.

 

Die Folge ist eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung, wobei mehr weniger der gesamte Darmtrakt von tiefgreifenden Entzündungen erfasst wird. An Morbus Crohn und Colitis ulcerosa leiden deutschlandweit zusammen etwa 400.000 Menschen, Tendenz steigend. Vor etwa zwanzig Jahren waren beide Erkrankungen noch weitgehend unbekannt und gehörten zu den seltenen Erkrankungen, heute nehmen die Erkrankungsraten stark zu.

Die mögliche Ursache: Eine ungesunde und unnatürliche Lebensführung sowie eine dysbalancierte Darmflora.

 

Leaky Gut Syndrom

Medizinisch wird dies als „intestinale Permeabilitätsstörung“ bezeichnet; die Darmbarriere wird löchrig, und hier und da können Giftstoffe und Krankheitserreger aus dem Darm in den Kreislauf gelangen. Dort lösen sie nicht nur eine chronische Entzündung aus, sondern erhöhen maßgeblich das Risiko für Lebererkrankungen, Diabetes, Bluthochdruck sowie Autoimmunerkrankungen.

 

Reizdarmsyndrom

Etwa zehn Millionen Menschen in Deutschland leiden am sogenannten Reizdarmsyndrom. Charakteristisch dafür ist eines der Leitsymptome Blähungen, Durchfall, Verstopfung und Bauchschmerzen. Es wird gemunkelt, dass das Reizdarmsyndrom die Vorstufe von Leaky Gut Syndrom ist, die Ursachen liegen auch in einer ungesunden und unnatürlichen Lebensführung, zu viel Stress, sowie Nährstoffmangel.

 

Allergische Erkrankungen

Bei Problemen im Darm, einer intestinalen Permeabilitätsstörung oder einer chronischen Entzündung im Darm gelangen deutlich mehr Toxine, Krankheitserreger und unverdaute Proteine aus der Nahrung in den Blutkreislauf. Dort erhöhen sie das Risiko, an allergischen Erkrankungen zu … erkranken. Dies kann sich in Heuschnupfen äußern, in einer Nahrungsallergie, oder in einer chronisch-allergischen Erkrankung wie Neurodermitis oder Asthma.

 

Hepatitis

Die Leber ist die erste Instanz nach dem Darm, beide sind über die Pfortader miteinander verbunden. Kommt der Darm nicht mehr nach und lässt zu viele Giftstoffe in den Kreislauf, muss die Leber Überstunden machen. Da die Leber mit deutlich mehr Giftstoffen und Krankheitserregern konfrontiert wird, steigt das Risiko für Fettleber und Hepatitis.

 

Häufige Infekte

Wenn es dem Darm nicht gut geht, und das Immunsystem zu inaktiv oder zu überfordert ist, kommt es häufiger zu Infektionskrankheiten viralen oder bakteriellen Ursprungs. Wenn Du mehrmals jährlich an einer Erkältung oder Grippe flachliegst, solltest Du allererst Deine Darmgesundheit zu verbessern, bevor Du Dir wieder Antibiotika verschreiben lässt.

 

 

Weitere Gesundheitsprobleme, die in einem kranken Darm ihren Ursprung haben können


  • Depressionen
  • Kopfschmerzen
  • Nährstoffmängel (besonders fettlösliche Vitamine)
  • Typ 2 Diabetes
  • Autoimmunerkrankungen (insgesamt 10-15 Millionen Betroffene in Deutschland)
  • Chronische Müdigkeit
  • Bluthochdruck

Versteh mich bitte nicht falsch - ich möchte hier nicht Angst und Schrecken verbreiten und auch kein Schwarzmaler sein. Aber hinter so vielen Gesundheitsproblemen steckt in Wahrheit ein kranker Darm, dass dies noch mehr kommuniziert und verbreitet werden muss.

 

Denn es sind oft sehr einfache Interventionen, mit denen Du Deine Darmgesundheit und damit Deine generelle Gesundheit verbessern kannst. Kleine Unterschiede, die Großes bewirken können - und Dir nachhaltige Gesundheit schenken.

 

Abschließend soll noch angesprochen werden, mit welchen Mitteln und Nährstoffen Du Darmerkrankungen vorbeugen kannst. Dieses Wissen kann auch angewandt werden, um bereits bestehende Darmerkrankungen aktiv anzugehen:

 

Darmerkrankungen vorbeugen

Darmerkrankungen vorbeugen – Was Du machen kannst!


Wenn Du Dein Immunsystem stärken, Deine Darmgesundheit verbessern, Darmerkrankungen vorbeugen oder bestehende Darmerkrankungen entgegenwirken möchtest, haben sich die folgenden, einfachen Interventionen als sehr wirkungsvoll und sehr nachhaltig herausgestellt:

 

  1. Achte auf eine gesunde Ernährung mit vielen unverarbeiteten, natürlichen Lebensmitteln. Wichtigster Teil der Ernährung sollten Gemüse, Obst und Beeren sein.
  2. Ballaststoffen sollte besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden. Reichlich Ballaststoffe bekommst Du nicht durch den Verzehr von Vollkorngetreide, sondern über Obst, Gemüse, Beeren, Nüsse und Samen wie Leinsamen, und über gekeimte Hülsenfrüchte.
  3. Probiotika: Um eine gesunde Darmflora aufzubauen, empfiehlt sich der Verzehr von probiotischen Nahrungsmitteln wie fermentiertem Gemüse (wie hier auf Sauer macht glücklich erhältlich), Apfelessig, Kefir, Kimchi, Kombucha, Joghurt.
  4. Meide Reizstoffe, die Deinem Darm schaden können oder reduziere sie zumindest. Dazu gehören unvergorene Getreideprodukte wie Brot, Nudeln und Kuchen; Zucker; Alkohol; industrielle Speiseöle (Sonnenblumenöl, Rapsöl, Erdnussöl, Distelöl, Sojaöl, Maiskeimöl); Fast Food, ungekeimte Hülsenfrüchte
  5. Tanke ordentlich Sonne, um so genug Vitamin D zu bekommen, welches wichtig für ein stabiles Immunsystem und eine gute Darmbarriere ist.
  6. Mach Dir immer mal wieder eine leckere Knochenbrühe aus Markknochen; das enthaltene Kollagen wirkt wie eine Art Kleber für einen löchrigen Darm.
  7. Achte auf Omega-3-Fettsäuren aus Fisch und Meeresfrüchten sowie Weidefleisch; 2-3x wöchentlich ist eine gute Faustregel.
  8. Koche mit reichlich Kräutern, im Optimalfall mit frischen Kräutern. Kräuter sind die Arzneimittel von Mutter Natur und sehr gesund. Kräutertee ist auch super.

Heute wollte ich Dir zeigen, welche Erkrankungen auftreten können, wenn die Darmgesundheit verloren geht, und was Du dagegen tun kannst. Eine gesunde Ernährung ist immer wieder der kleinste gemeinsame Nenner, um wirklich nachhaltig gesund zu sein. Nutze dieses Wissen, genieße probiotische Lebensmittel und das Leben.

 

Ich wünsche Dir nachhaltige und bombastische Gesundheit!

 

 

Quellen

Bildquelle: © Depositphotos @lightsource

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